Sabine als Lehrerin

Sabines eigene Grundschulzeit war nicht gerade von wohlwollenden Lehrkräften geprägt. Das führte mit dazu, dass ihre Schulkarriere nicht geradlinig verlief. So kam sie in den Genuss, jede Schulart einmal selbst auszuprobieren und sich immer weiter nach oben zu arbeiten. In den weiterführenden Schulen stellte sie irgendwann fest, dass sie die Menschen hinter der Rolle "Lehrkraft" wahrnahm. Mit allen Befindlichkeiten, die in deren Welt waren und allen Wahlen, die diese getroffen hatten. Also beschloss Sabine, selbst Lehrerin zu werden, um für die Kinder dieser Welt neue Perspektiven zu eröffnen. 


 Jeden Tag erlebt sie Beispiele dafür, was wirklich hinter den "Auffälligkeiten" und in den Kindern steckt. Diejenigen, denen Struktur und Ordnung, wie sie im Lehrbuch stehen, sehr wichtig ist, wundern sich über ihre Art mit den Kindern in der Schule zu lernen und Neues zu erschaffen. Für Sabine funktioniert es und für die Kinder auch.
 
 „Es gab da einmal diesen Jungen. Wenn wir im Kreis saßen und etwas gerechnet haben, war er mit dabei. Sobald er am Tisch saß, ist er verzweifelt und konnte keinerlei Rechnungen lösen. Also habe ich ihm angeboten sich auf den Boden zu setzen – ganz pragmatisch. Und schon war die Blockade weg. Die anderen Kinder fragten, ob sie das auch dürften. Und bald saßen oder lagen 25 Kinder mit Decken auf dem Boden, jeder neben wem er gerade wollte. Die „Sitzordnung“ änderte sich somit täglich oder minütlich, ganz organisch.“ 


„Es gab da dieses Mädchen, der fiel es schwer sich deutlich auszudrücken. Ich verstand sie anfangs kaum. Aber ein Junge aus der Klasse konnte überhaupt nicht verstehen, warum wir sie nicht verstanden. Er wurde zunächst mein Übersetzer – ganz pragmatisch. Da wurde mir klar, dass das Mädchen nicht mit Worten kommuniziert. Sobald ich anfing mit meinem Sein zuzuhören, statt mit den Ohren, verstand auch ich sie.“ 

Was macht Sabine anders? Sie hat jedes einzelne Kind im Blick. Sie weiß genau, was es braucht, in jeglicher Hinsicht, auch wenn sie es ihm nicht immer geben kann. Sabine spürt die Kinder, sie sieht ihr wahres Sein und weiß um ihr wahres Potenzial. Kurz, sie nimmt die Kinder wahr, als das was sie sind: großartige Wesen in kleinen Körpern. Sabine führt sie mit Klarheit. Sie gibt ihnen aber auch die Freiheit und Erlaubnis zu sein und sich so zu entwickeln, wie es ihrem Wesen und ihren Wahlen entspricht. Sabine gibt ihnen Techniken an die Hand um gut in ihrer Mitte zu sein und zu „ent-spannen“. Außerdem glaubt sie an jedes einzelne von ihnen, ist ehrlich stolz auf sie und dankbar, dass sie da sind.
 

„In meiner Arbeit mit den Kindern bin ich pragmatisch – ich tue was funktioniert. Ich begegne ihnen bewertungsfrei und vermittle ihnen Dankbarkeit und Selbstliebe, um ihnen ein Fundament für ihr Leben zu schaffen.“